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Über-mich-Seite schreiben: Die häufigsten Fehler und wie eine wirkungsvolle About-Page wirklich aussieht

Die Über-Seite ist die meistbesuchte Seite auf fast jeder Website und gleichzeitig die am häufigsten verschenkte.


Wer auf eine Website kommt und interessiert ist, geht als nächstes auf die Über-Seite. Nicht um den Lebenslauf zu lesen. Nicht um die Ausbildung zu prüfen. Sondern um eine Frage zu beantworten: Vertraue ich dieser Person genug um weiterzulesen, oder weiterzugehen?


Was die meisten Über-Seiten liefern: Titel, Ausbildung, Jahreszahlen, ein professionelles Foto und ein paar Sätze darüber wie leidenschaftlich man bei der Sache ist. Was sie nicht liefern: einen Grund zu bleiben.


Dieser Artikel zeigt, warum das so ist und wie es besser geht, deine Über-Mich-Seite schreiben oder schreiben zu lassen.


Die 5 häufigsten Fehler beim Über-mich-Seite schreiben


Fehler 1: Der Lebenslauf als Text


Das ist der häufigste Fehler. Die Über-Seite beginnt mit: „Ich habe Kommunikationswissenschaften studiert und danach bei Unternehmen X und Y gearbeitet. Seit 2021 bin ich selbstständig."


Wer das liest, bekommt Fakten, aber keinen Grund, dir zu vertrauen oder dir zuzuhören. Menschen verbinden sich nicht mit CVs. Sie verbinden sich mit Geschichten. Und Geschichten bedeuten nicht, dass du alles preisgibst, sondern sie bedeuten, dass du zeigst warum du das tust was du tust, was dich geprägt hat, welche Überzeugungen deine Arbeit antreiben.


Fehler 2: Zu viel über sich selbst


„Ich bin leidenschaftlich, kreativ, lösungsorientiert und bringe 15 Jahre Erfahrung mit." Das sagt jeder. Das klingt nach jedem. Adjektive, die sich nicht in konkreten Handlungen zeigen, sind leere Behauptungen.


Die Über-Seite ist nicht der Ort wo du aufzählst wer du bist. Es ist der Ort wo du zeigst wofür du stehst und der Leser selbst schlussfolgert wer du bist. Der Unterschied ist klein im Schreiben, groß in der Wirkung.


Fehler 3: Kein klarer Standpunkt


Viele Über-Seiten sind vorsichtig. Sie sagen nichts Falsches. Sie sagen auch nichts Eigenes. Keine Überzeugung, die jemanden überrascht. Kein Standpunkt, der Reibung erzeugen könnte. Das Ergebnis: ein Text, der niemanden stört und niemanden anzieht.


Eine starke Über-Seite hat eine These. Einen Satz, der klar macht: so sehe ich die Welt, so sehe ich meine Arbeit und wer das teilt, ist hier richtig. Wer nicht, kann gehen.


Fehler 4: Kein Bezug zum Leser


Die häufigste Selbstbeschreibung beginnt mit „Ich". Das ist nicht falsch, es ist ja schließlich eine Über-Seite, du schreibst über dich. Aber die Frage, die der Leser hat, ist nicht: „Wer ist diese Person?" Die Frage ist: „Was hat das mit mir zu tun?"


Eine wirkungsvolle Über-Seite stellt die Verbindung her: zwischen dem, was du tust und glaubst und der Situation, in der sich der Leser befindet. Nicht als Verkaufsargument, sondern vielmehr als ehrliche Antwort auf die Frage: warum sollte dich das interessieren?


Fehler 5: Die Seite endet ohne Richtung


Du hast gelesen, du bist überzeugt, du willst mehr wissen. Und dann: nichts. Kein nächster Schritt, kein Angebot, keine Einladung. Jede Seite braucht eine Richtung, denn wohin soll der Leser als nächstes? Das muss kein aggressiver Call-to-Action sein. Aber es sollte klar sein.


Was eine wirkungsvolle Über-Seite braucht


1. Einen echten Einstieg


Nicht mit dem Namen anfangen. Nicht mit dem Titel. Mit einer Beobachtung, einer These, einer Frage. Fang mit etwas an, das den Leser sofort anspricht weil er sich darin wiedererkennt.


Beispiel: Nicht „Ich bin Sandro, Copywriter aus Wien." Sondern: „Die meisten Marken haben keine schlechten Texte. Sie haben Texte, die klingen wie alle anderen." Der Leser denkt: das kenne ich. Jetzt will er weiterlesen.


2. Die Geschichte hinter der Arbeit


Nicht der Lebenslauf, sondern der rote Faden. Was hat dich zu dieser Arbeit gebracht? Nicht die offizielle Version, die gut klingt. Die echte: welche Umwege, welche Wendepunkte, welche Erkenntnis hat dazu geführt, dass du heute das tust was du tust?


Diese Geschichte muss nicht dramatisch sein. Sie muss echt sein. Und sie muss erklären, warum du heute diese Überzeugungen hast, weil sie aus Erfahrung kommen, nicht aus Theorie.


3. Der Standpunkt


Wofür stehst du und was sagst du damit gleichzeitig darüber, wie du arbeitest? Ein klarer Standpunkt auf der Über-Seite ist das stärkste Signal dafür, dass jemand eine eigene Haltung hat. Und es ist das, woran sich Leser erinnern, nicht an den Lebenslauf.


4. Die Verbindung zum Leser


An welchem Punkt trifft sich deine Geschichte mit der Situation des Lesers? Wo erkennst du sein Problem, seine Frage, seine Situation und wo zeigst du, dass du das verstehst? Das ist der Moment, der Vertrauen aufbaut.


5. Ein klarer nächster Schritt


Nicht zwingend ein Kauf. Aber eine Richtung. Zur Leistungsseite, zum Angebot, zum Erstgespräch. Die Über-Seite ist keine Endstation, sondern eine Brücke.


Aufbau einer wirkungsvollen Über-Seite


Es gibt keine universelle Formel. Aber es gibt eine Struktur, die fast immer funktioniert:


Block 1: Der Einstieg - wer du bist und wofür du stehst Eine bis zwei kurze Absätze. Kein Lebenslauf, keine Adjektive. Ein Standpunkt, eine Überzeugung, eine Beobachtung. Der Leser soll denken: das klingt interessant, ich will mehr wissen.


Block 2: Die Geschichte - warum du das tust Drei bis fünf Absätze. Der rote Faden deiner Geschichte. Nicht alle Stationen, sondern die relevanten Wendepunkte. Was hat dich geprägt? Was hast du gelernt? Was treibt dich an?


Block 3: Die Verbindung - für wen du da bist Ein bis zwei Absätze. Wer ist dein idealer Gesprächspartner, Kunde, Leser? Was ist seine Situation, sein Problem, sein Ziel? Und wo trifft sich das mit deiner Arbeit?


Block 4: Der nächste Schritt - wohin Kurz. Klar. Eine Richtung. Kein langer Verkaufstext, schreibe eine ehrliche Einladung.


Über-Seite auslagern oder selbst schreiben?


Das ist eine legitime Frage und die Antwort ist: kommt drauf an.


Selbst schreiben hat den Vorteil der Authentizität. Niemand kennt deine Geschichte besser als du. Niemand kann deine Stimme so genau treffen wie du selbst. Wenn du die Zeit und die Klarheit hast, dann schreib sie selbst.


Auslagern macht Sinn wenn du weißt was du sagen willst, aber nicht wie du es formulierst. Wenn du zu nah an deiner eigenen Geschichte bist um den roten Faden zu sehen. Wenn du drei Entwürfe geschrieben hast und immer noch nicht zufrieden bist.


Was in beiden Fällen hilft: Klarheit über Standpunkt, Geschichte und Zielgruppe, bevor du anfängst. Ein Copywriter kann keine Klarheit erfinden, die nicht da ist. Er kann sie übersetzen.


Ein letzter Gedanke


Die Über-Seite ist die einzige Seite auf deiner Website, auf der es wirklich um dich geht. Alle anderen Seiten drehen sich ums Angebot, die Leistung, den Prozess.

Hier darfst du zeigen wer du bist. Nicht perfekt, nicht poliert, nicht die optimierte Version von dir. Die echte.


Und das ist genau das, was Leser suchen. Nicht Perfektion, sondern Echtheit. Nicht einen Experten, der alles richtig macht, vielmehr eine Person, der sie vertrauen können.



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